Irgendwie ist der Knoten geplatzt. Was mir beim Umgang mit meiner Infektion noch vor wenigen Wochen als problematisch erschien, fällt jetzt leicht(er). Wie bei meinem Coming-out als schwuler Mann erweist sich auch hier die Strategie, möglichst offen damit umzugehen, als segensreich. Die Werdung zum selbstbewussten HIV-positiven Menschen ist im Gange. Nach drei Jahren war das auch langsam nötig. Weiterlesen »
Heute die Folge: Wie sage ich es meinen Eltern? Als raus war, dass ich schwul bin, herrschte erst einmal ein paar Jahre Funkstille zwischen uns. Heute sind wir wieder ein Herz und eine Seele, aber könnte sich diese Eiszeit wiederholen, wenn ich ihnen mitteile, dass ich hiv+ bin? Wie es schonend beibringen? Weiterlesen »
Heute die Folge: Wie sage ich es meiner Schwester? Wie bereits bei meinem Coming-Out als schwuler Mann Anfang der neunziger Jahre, erfährt es meine Familie auch jetzt wieder als Letztes. Wissen aber sollen sie nun auch sie, dass ich hiv+ bin, und zwar noch vor Jahresende. Das hatte ich mir fest vorgenommen. Doch wie werden sie reagieren? Erster Test also bei meiner Schwester, zu der ich einen sehr guten Draht habe. Weiterlesen »
Zum ersten Mal, nach drei Jahren, hatte ich erstmals für einen kurzen Moment das Gefühl, dass ich vielleicht doch den Doc wechseln sollte. Ich bin mit vielen roten Punkten auf dem Körper aus dem Ausland zurück gekommen, hatte extra den Flieger ein paar Tage eher genommen, weil ich zum einen beunruhigt war über diesen merkwürdigen Ausschlag, zum anderen, weil ich nicht im Ausland zum Arzt gehen wollte, und damit dann möglicherweise meine HIV-Infektion aktenkundig wird. Weiterlesen »
Fernes Land, große Stadt. Madonna verlangt ständig „Give it 2 Me“ von mir. In der einschlägigen Disco ist wie üblich das Interesse der einheimischen Männer an den blassen Touristen groß. Jetlag und der Gin Tonic im äußerst großzügigen Alkohol/Softdrink-Mischungsverhältnis hüllen mich in ein watteweiches Wohlgefühl. Ich bin jetzt bereit, es Madonna zu geben und folge ihr auf die Tanzfläche. Weiterlesen »
Die aktuellen Werte, die ich am Freitag bei meinem Doc abgeholt habe, stimmen froh. Die Helferzellenzahl klettert weiter nach oben (527), damit erholt sich meine Immunabwehr weiter. Zudem sank die Viruslast nochmals (77). Damit liege ich ganz knapp über der sogenannten Nachweisgrenze (weniger als 50 Kopien/ml), ein wichtiges Ziel der Therapie. Auch wenn es jetzt eineinhalb Jahre bis zu dieser Grenze gedauert hat. Fuck you, Virus, dich krieg ich noch klein!
Das ehemalige wild rockige Jugendradio der DDR und die jetzige öffentlich-rechtliche Jugendwelle MDR Sputnik beschäftigt sich in dieser Woche schwerpunktmäßig mit dem Thema Aids. Mal außerhalb der regulären Saison rund um den Welt-Aids-Tag. Neben dem üblichen Verdächtigen (Uwe Görke) bat man auch mich um ein Interview, in dem ich über mich und mein Hivblog berichte.
Bei DocMorris freut man sich darüber, dass man schon so viel Geld mit mir verdient hat und schickt entsprechend Geburtstagsgrüße. Ich darf mir auch ein Geschenk aussuchen, aber nur, wenn ich das nächste Mal wieder bei der Online-Apotheke bestelle. Werde ich natürlich tun, keine Sorge. Ich wähle die „Claire Fischer Milch-Honig-Aromadusche“ als mein Geschenk aus. Meine Oma, die bereits in den Achtzigern steckt, wünscht mir ebenfalls Gesundheit per Postkarte, damit ich „so alt werde, wie sie“. Ich bin etwas skeptisch, ob ich das hinbekomme. Ich werde mich bemühen …
Ich erwähnte Derek Jarmans letztes radikales Filmwerk hier zuletzt. 15 Jahre nach der Uraufführung kommt der Film noch einmal in die Kinos, als digitale Version über das Delicatessen-Projekt des Berliner Verleihs Salzgeber. Im Rahmen der Berlinale wird zudem der „Special Teddy“, der schwule Filmpreis an das Team der britischen Produktion „Derek“ vergeben, die Leben und Werk von Derek Jarman dokumentiert. Wenn ich den Film des 1994 an den Folgen von Aids verstorbenen Regisseurs noch einmal sehen möchte, muss ich Kölner nach Düsseldorf reisen. Das werde ich doch glatt mal tun …
Neulich in der Essener Phoenix-Sauna. Ein HIV-positiver Mann steht mitten im Getümmel der Dampfsauna. Viele Hände zugleich kümmern sich um ihn, davor kniet ein Mann auf den Fliesen, und bläst, was immer ihm in den Weg kommt. Der Mann in der Mitte fühlt sich wohl, weil alle um ihn herum freundlicherweise gerade nur an seinem Wohlbefinden interessiert sind und natürlich daran, dass er kommt. Den Gefallen tut er ihnen auch. Beim Abspritzen merkt er, wie der Kniende versucht, das Sperma mit dem Mund aufzufangen … Weiterlesen »