Ich gebe zu, mit der Überschrift assoziiert man gleich so was wie Brillen-Kassengestell, und das klingt nicht gut. Das einzige aber, was billig ist an dem Yoga-Kurs, den mir meine Krankenkasse finanziert, das ist der Trainingsort. Ein etwas heruntergekommenes Sportzentrum im Süden Kölns zwischen Bahndamm und Aldi. Während unter uns Männer lautstark kleine schwarze Bälle gegen die Wand dreschen und im Nebenraum Muskelpakete Gewichte stemmen, lernen wir, das Gestöhne und Geächze um uns herum zu vergessen, um uns unserer Atmung zu widmen.
Entweder sind bei meiner Krankenkasse nur Frauen versichert oder Yoga interessiert die Herrschaften nicht. Ich bin der einzige Mann inmitten von acht Frauen. Darunter Hausmütterchen jenseits der 50, aber auch selbständige Frauen mit verspanntem Rücken. Das Übergewicht hat den gruppendynamischen Effekt, das sich bei Übungen zu zweit schnell die Frauen zusammen tun, und sich die Yoga-Lehrerin meiner Erbarmen muss. Ein bisschen fühle ich mich dann wie früher beim Schulsport, wenn ich der letzte war, der für ein Handball- oder Fußballteam ausgewählt wurde. Ansonsten sind die Übungen, eine Mischung aus Meditation, Konzentration, Dehnung und Körperwahrnehmung wohltuend. Es ist ein gutes Gefühl, wenn man sich mal nur darauf konzentriert, sich vorzustellen, man würde durch das linke Nasenloch ein- und durch das rechte ausatmen, und alles andere ist egal.